Welche Duftöle sind für Haustiere nicht geeignet?

Duftöle in der Wohnung bei einem Haushalt mit Tieren vermeiden.

Allgemeines zu Duftölen

Die Verwendung von Duftölen in der Wohnung erfreut sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Dabei sollen schon längst nicht mehr nur unangenehme Gerüche in Bad oder Küche eliminiert werden. Inzwischen geht der Trend zunehmend dahin, ein konstantes Aroma der Frische in der gesamten Wohnung zu schaffen. Auch die Werbung suggeriert uns, dass Hygiene und Sauberkeit nur mit dem Einsatz eines künstlichen Raumduftes erreicht werden können. Dieser wird in der Regel mit der Hilfe von blumigen oder fruchtigen Aromen erzeugt. Der Markt der Duftöle ist groß, vielfältig und kaum noch überschaubar. Duftöle werden in allen Formen, unter anderem als Konzentrat in kleinen Fläschchen, als Spray, in Säckchen, in Kerzen und Duftlampen, als Rattanstäbchen und in elektrischen sowie Ultraschall Luftbefeuchtern, angeboten.

Herstellungsarten von Duftölen

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen natürlichen, synthetischen und tierischen Duftstoffen. Natürliche Düfte werden aus Pflanzenteilen wie Blüten, Stängeln, Hölzern und Früchten hergestellt. Synthetische Duftstoffe werden im Labor künstlich erzeugt und aus rein chemischen Stoffen gewonnen. Ebenso ist werden sogenannte halbsynthetische Düfte aus einer Kombination beider Verfahren hergestellt. Dabei werden pflanzlich gewonnene Stoffe chemisch weiterverarbeitet. Tierische Duftöle wurden früher unter anderem von asiatischem Rotwild, einigen Walarten, einer Katzenart und dem amerikanischen Biber gewonnen, werden heute in der Regel aus Gründen der Ethik nicht mehr verwendet.

Anwendung von Duftölen in Haushalten mit Tieren

Auch viele Tierbesitzer wünschen sich, dass es in ihrer Wohnung frisch und neutral duftet. Einige möchten insbesondere auch vermeiden, dass es nach Hund, Katze, Wellensittich oder Hamsterkäfig riecht. Doch gerade als verantwortungsbewusster Halter eines Haustieres sollte man den Einsatz von Duftölen in der Wohnung sehr kritisch betrachten und genau abwägen. Denn man muss sich darüber bewusst sein, dass ein Großteil der Duftöle eine ernste Gefahr für das Tier darstellen und dauerhafte gesundheitliche Probleme verursachen kann. Dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle, ob es sich um natürlich, halbsynthetisch oder vollsynthetisch hergestellte Duftöle handelt. Auch als unbedenklich ausgezeichnete Produkte sollte man vorsichtig und nur sehr sparsam dosieren oder besser ausschließlich in solchen Räumen einsetzen, zu denen das Tier keinen Zutritt hat.

Gefährdung der Gesundheit von Haustieren durch Duftstoffe

Fast alle Duftfläschchen verfügen zu Recht über einen kindersicheren Verschluss und Abbildungen von mehreren ernst zu nehmenden Gefahrenstoff Symbolen. Wichtig ist daher, dass diese immer außerhalb der Reichweite ihres Haustiers aufbewahrt – und auch aufstellt werden! Als Hunde- oder Katzenbesitzer weiß man aus Erfahrung, dass der Liebling fast überall hochklettern kann und mit ein bisschen Übung auch zuvor unerreichbare Stellen erobert.

raumduft bei hundenDen Platz für das Duftöl sollte man daher sehr sorgfältig auswählen. Je nach Art und Beschaffenheit des Duftöls kann das Aufschlecken von nur wenigen Tropfen bereits schwere Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt verursachen und Krämpfe auslösen. Der Konsum kann jedoch auch Verätzungen oder den Tod des Tieres zur Folge haben. Auch ein Hautkontakt ist in jedem Fall zu vermeiden. Auch dieser kann die Gesundheit gefährden, zu unangenehmen Hautreizungen und im schlimmsten Fall zu Ekzemen führen, die meist einer langwierigen Behandlung bedürfen.

Gefahren für Haustiere durch das Einatmen der Duftöle

Auch die in die Raumluft entweichenden Düfte schaden dem Haustier, denn sie werden durch die Atemwege und in einigen Fällen auch über die Haut in den Körper aufgenommen. Abhängig von der Stärke der Konzentration und Zusammensetzung der Düfte können diese nicht abgebaut werden und gelangen in den Blutkreislauf. Auf diese Weise können Allergien sowie Asthmabeschwerden ausgelöst werden. Insbesondere aus Zitrusfrüchten, Cassia und Zimtrinde gewonnene Düfte gelten in Bezug auf Allergien problematisch. Aber auch viele andere Duftstoffe können eine ähnliche Wirkung entfalten. Problematisch ist auch, dass schädliche Zusatzstoffe wie Linalool und Citral erst ab einer gewissen Menge deklarationspflichtig sind, aber dennoch auch in kleinen Mengen ihrem Haustier bereits schaden können.

Schädliche Duftstoffe für Katzen

Katzen nehmen ein Vielfaches der Gerüche eines Menschen wahr. Der richtige Geruch bedeutet für Katzen Vertrautheit und ein Gefühl der Geborgenheit. Fremde und zu starke Gerüche in der Wohnung verunsichern die Tiere, da ihr Geruchssinn diese viel intensiver wahrnimmt. Synthetische Duftöle werden von Katzen meist als unangenehm wahrgenommen. Aber auch viele natürlich hergestellte Öle mögen Katzen nicht, einige sind für sie sogar hochgiftig. Keinesfalls sollten daher Düfte verwendet werden die Zimt, Oregano, Zitrus, Pfefferminz, Thymian, Lemongrass oder Teebaumöl enthalten. Dies gilt sowohl für die äußerliche Behandlung als auch für den Raumduft. Die möglichen Vergiftungserscheinungen äußern sich mit Gleichgewichtsstörungen, starker Unruhe, Zittern, allgemeiner Schwäche, Appetitlosigkeit und Abmagerung. Sie können – sofern sie nicht rechtzeitig erkannt werden – letztendlich zu einem qualvollen Tod führen. Sofern Ihre Katze zu den Exemplaren gehört die manchmal aus der Toilette trinken möchten ist besondere Vorsicht geboten. Hängen Sie niemals eine Duftkapsel in die Toilette und geben auch keine Duftöle in den Spülkasten. Ihre Katze würde sonst schwere gesundheitliche Schäden erleiden. Sofern Sie auf die Toilettendüfte nicht verzichten möchten hilft nur das Badezimmer konsequent abzuschließen.

Schädliche Duftstoffe für Hunde

Für Hunde ist die Nase sein bestes Sinnesorgan, sie hat 25 Mal so viele Riechzellen wie die des Menschen. Hinzu kommt, dass er alle Gerüche um ein Vielfaches intensiver wahrnimmt. Raumdüfte die der Mensch als angenehm empfindet sind für den Hund daher viel zu stark und werden von ihm im besten Fall als unangenehm empfunden. Meist reizt der zu starke Duft jedoch bereits nach kurzer Zeit seine sensible Nase und er fängt an zu niesen oder zu schnauben. Insbesondere Duftöle, die mit Räucherkerzen oder Stäbchen verwendet werden schaden den Atemwegen des Hundes. Auch liebt der Hund in der Regel keine künstlichen Gerüche wie zum Beispiel Parfüm oder Duftöle. Er bevorzugt viel mehr den natürlichen Geruch des Menschen, genauso wie die Gerüche von gebratenem Fleisch aus der Küche und sogar den unserer Schuhe und Socken. Ein neuer Geruch der dies alles übertüncht irritiert den Hund und löst oft Verunsicherung aus. Der konzentrierte Duft von Zitrusfrüchten ist einer derjenigen, den der Vierbeiner am allerwenigsten mag. Er mag jedoch auch den Großteil der künstlich erzeugten Düfte nicht.

Wirkung von Duftstoffen auf weitere Haustiere

Auch Goldhamster, Meerschweinchen, Hausmäuse, Ratten, Kaninchen und Vögel mögen keine künstlichen Duftöle. Auch bei allen diesen Kleintieren können bei einem permanenten Einsatz von Raumdüften in geschlossenen Räumen schwere Allergien und Hautreaktionen ausgelöst werden. Dies kann sich durch tränende oder entzündete Augen, Ausfluss aus der Nase, kahle Stellen am Fell durch ständiges Kratzen und weitere Krankheitsanzeichen äußern. Oft wird dies durch den Tierarzt nicht gleich erkannt und zum Beispiel Schnupfen diagnostiziert und behandelt. Schließlich kann der Arzt nicht wissen, dass die Ursache möglicherweise einzig und allein in der zu hohen Konzentration der Duftstoffe der Wohnung zu finden ist. Erschwerend hinzu kommt, dass die schädlichen Auswirkungen von Duftstoffen auf Menschen und Tiere zwar grundsätzlich bekannt, aber im Detail wenig erforscht sind. Auch sind die kompletten Inhaltsstoffe nicht bei allen Produkten bekannt.

Fazit

Als Haustierbesitzer sollte man mit Rücksicht auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres Duftöle in geschlossenen Räumen am besten vollständig vermeiden. Sofern sich unangenehme Gerüche in der Wohnung bilden, sollte man der Ursache auf den Grund gehen und die Quellen sorgfältig und konsequent beseitigen. Nur diese Vorgehensweise ist tatsächlich hygienisch und wesentlich sinnvoller als eine Überdeckung mit Duftstoffen. Normale tägliche Gerüche lassen sich leicht durch regelmäßiges Lüften beseitigen.

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